Endlich die Apple Keynote
Jan 27th
Eines Vorweg: Das wird NICHT ein Bericht über die möglichen Tablet Gerüchte, sondern was ich für eine Sicht auf das ganze habe. Denn mich nervt es langsam (oder auch schon lange) dass jeder Blog und jedes Technik-Magazin pro Tag etwa 3 Artikel über die neusten Tablet Gerüchte und die neusten Fotos schreibt. Zum Glück ist heute endlich diese Keynote und wir wissen endlich wie es auf dem Apple Planeten weiter geht.
Jetzt aber trotzdem nochmal kurz ein Blick von mir auf die Apple Keynote: Ich glaube die lieben Kollegen aus Cupertino werden sich seit langem ins Fäustchen lachen wenn sie die Gerüchte lesen und uns heute Abend alle mit einem neuen Wunderprojekt überraschen (Achtung Fanboy Alarm) Ausserdem hoffe ich sehnlichst, dass das iPhone OS4 präsentiert wird und dieses Multi Tasking erlaubt.
Was hofft ihr? Was denkt ihr über die Gerüchte?
Blogger wegen Schweinegrippe Gerüchten verhaftet
Dez 7th
Ein russischer Medizinstudent wurde verhaftet, weil er auf seinem Blog falsche Gerüchte über die Schweinegrippe gestreut hat. Ivan Peregorodiev wurde am 3. Dezember unter dem Artikel 207 des russischen Strafgesetzbuches verhaftet, weil er “falsche Informationen mit Bezug auf einen terroristischen Akt” verbreitet habe.
Schon am Tag zuvor hatte ein Grossteil der russischen Blogger über die Verbreitung der Schweingrippe in der Stadt Saratov diskutiert. Es hieß, die Behörden hätten viele von der Krankheit verursachte Todesfälle vertuscht. Nun gebe es Vorbereitungen, die gesamte Stadt unter Quarantäne zu stellen.
Später kamen Gerüchte auf, in Saratov habe es Fälle von Lungenpest gegeben. Schuld daran sei ein Forschungsinstitut in der Stadt, dass an den Erregern forschen soll. Die Diskussion kochte derart hoch, dass der Gouverneur der Region einen Besuch in Weißrussland abbrechen musste, um sich mit der öffentlichen Unruhe zu befassen.
Die staatlichen Stellen dementierten jede Möglichkeit, dass in Saratov Lungenpest ausgebrochen sein könnte. Peregorodiev hielt das offensichtlich für unglaubwürdig, denn in seinem Blog stellte der die Haltung der Behörden in Frage:
“Es sieht so aus als hätten wir eine Seuche. ‘Die Ergebnisse der Autopsie von Personen die an der Schweinegrippe gestorben sind [...] verursachten Panik. Nach Angaben von Zeugen ähnelten die Lungenschäden den in der medizinischen Literatur beschriebenen Lungenpest-Fällen.’ Sagen unsere Behörden die Wahrheit, wenn sie solche Informationen verwerfen? Heute planen sie, Desinfektionsmittel gegen Lungenpest von Helikoptern zu versprühen…”
Später legte Peregorodiev noch einen drauf und berichtete als “Neuigkeit von der Epidemie-Station”, dass die Helikopter nun mit einer desinfizierenden Lösung beladen seien.
Die Behörden widersprachen dieser Schilderung allerdings ein weiteres Mal. Zwar habe es 17 Fälle gegeben, in denen die Schweinegrippe tödlich verlaufen sei. Zudem seien die Krankenhäuser überfüllt und im Budget von Saratov nicht ausreichend Geld vorhanden, um Impfmittel gegen H1N1 zu kaufen. Die Pest sei aber nicht ausgebrochen – gegen die Verbreiter dieses Gerüchtes werde man vorgehen.
Peregorodiev dürfte am 3. Dezember zum ersten Opfer dieser Zensurmaßnahme geworden sein. Inwiefern seine Äußerungen im Zusammenhang mit einem Terroranschlag stehen sollen, wollten die Verantwortlichen allerdings nicht herausrücken.
Die Gerüchte, die in Saratov verbreitet wurden, erinnern an Aussagen, die vor gut einem Monat in der Ukraine zur Ausbreitung der Schweinegrippe-Panik geführt hatten. Auch dort hatte es geheißen, Helikopter würden Desinfektionsmittel versprühen.
Die Behauptung, das die vermeintlichen Pestviren aus einem Forschungsinstitut stammten, entbehrt nicht jeglicher Grundlage. In der Tat wurde in der Sowjetunion intensiv an Krankheiterregern zum Einsatz als biologische Waffe gearbeitet. Ende der 1980er Jahre soll es so gelungen sein, die Pest in eine sprühbare Form zu bringen und gegen Antibiotika resistent zu machen. Heute befürchten Experten, dass die ehemals sowjetischen Biowaffen zum Teil nicht sachgemäß gelagert und schlecht gesichert sind.
Verhaftungen, Ermordungen und Bedrohungen von russischen Journalisten sind keine Seltenheit. Allein dieses Jahr wurden laut den Reportern ohne Grenzen mindestens drei russische Journalisten ermordet. Blogger allerdings waren bisher relativ sicher vor den Behörden. Die Angst, dass sich das ändern könnte, schwingt bei vielen trotzdem mit: “Im Moment sind wir sicher. Aber wir wissen nicht, was morgen sein wird”, erklärte mir der Blogger Ilia Kabanov noch im September in Novosibirsk.
